FREIGEGEBEN
NLD

AKTENZEICHEN NR. IJM-0008

KLASSIFIKATION: HISTORISCHES ARCHIV

Vincent van Gogh

Vincent van Gogh

Postimpressionistischer Maler

Vincent van Gogh

ABSCHNITT I -- PERSONENPROFIL

NameVincent van Gogh
EnglischVincent van Gogh
NationalitatNiederlande
Lebensdaten1853–1890
GeschlechtMännlich
Jahrhundert19. Jh.
FachgebietKunst
TitelPostimpressionistischer Maler

ABSCHNITT II -- UBERBLICK

Vincent Willem van Gogh wurde 1853 in Zundert im Süden der Niederlande als Sohn eines calvinistischen Pfarrers geboren – genau ein Jahr nach dem totgeborenen ersten Vincent, dessen Grab er als Kind jeden Sonntag passierte.Diese Schatten prägten sein Leben.

Er war ein ernstes, einzelgängerisches Kind, das in der kargen Landschaft Brabants lange Streifzüge unternahm und Vögel und Pflanzen minutiös zeichnete.Mit sechzehn wurde er auf Vermittlung seines Onkels bei der renommierten Kunsthandlung Goupil in Den Haag angestellt.

Sieben Jahre lang verkaufte er Gemälde in Den Haag, London und Paris, verlor aber immer mehr das Interesse am Kunsthandel und die Fähigkeit, Kunden zu bedienen, die er für oberflächlich hielt.Der erste Wendepunkt war eine Phase religiöser Glut.

1876 verlor er die Stelle bei Goupil und versuchte sich als Evangelist unter den Bergleuten im belgischen Borinage.Er lebte dort in bitterster Armut, verschenkte seine Kleidung, schlief auf Stroh – bis die Kirchenbehörde ihn wegen «übertriebenen Eifers» entließ.

In dieser tiefsten Krise, 1880, erkannte der 27-Jährige seine wahre Berufung: Er würde Maler werden.«Was soll ich tun?», schrieb er seinem Bruder Theo, «ich habe einen Stift in der Hand.

» Theo, Kunsthändler in Paris, unterstützte ihn fortan finanziell – bis zu Vincents Tod.Van Gogh war Autodidakt.Er kopierte Millet, zeichnete Bauern und Weber, malte 1885 «Die Kartoffelesser», sein erstes großes Werk – erdig, dunkel, mit der Würde der Armen im Licht einer Petroleumlampe.

1886 kam er nach Paris zu Theo, und alles änderte sich.Er traf Pissarro, Gauguin, Toulouse-Lautrec und Seurat, entdeckte den Impressionismus und die japanischen Farbholzschnitte.

Seine Palette explodierte: das Düstere Brabant wich Blau, Gelb und Rot.Der zweite Wendepunkt war Februar 1888, als er nach Arles in die Provence zog, sehnsüchtig nach dem Licht des Südens.

Hier entstand in 15 Monaten fast die Hälfte seines Gesamtwerks: die Sonnenblumen, das Gelbe Haus, das Schlafzimmer, die Brücke von Langlois, das Café am Abend.Er träumte von einer «Ateliergemeinschaft des Südens» und überredete Gauguin, zu ihm zu ziehen.

Doch das Zusammenleben eskalierte: Am 23.Dezember 1888, nach einem Streit, schnitt sich Vincent einen Teil des linken Ohrs ab und brachte es einer Prostituierten.Gauguin floh zurück nach Paris.

1889 ließ er sich freiwillig in die Heilanstalt Saint-Paul-de-Mausole bei Saint-Rémy einweisen.Dort, zwischen epileptischen Anfällen und klarsichtigen Phasen, malte er mit fiebriger Produktivität: die Zypressen, Olivenbäume, den Sternenhimmel.

«Die Sternennacht», gemalt aus dem Gedächtnis durch das vergitterte Fenster seiner Zelle, wurde zum Inbegriff visionärer Malerei – der Himmel ein Wirbel aus Licht und Bewegung über dem schlafenden Dorf.Mai 1890 zog er nach Auvers-sur-Oise, in die Obhut des Arztes und Amateurmalers Paul Gachet.

In 70 Tagen entstanden dort 70 Gemälde.Am 27.Juli 1890 schoss sich Vincent in einem Weizenfeld bei Auvers mit einem Revolver in die Brust.

Er schleppte sich zurück in die Pension und starb zwei Tage später in Theos Armen, 37 Jahre alt.Zu Lebzeiten hatte er nur ein einziges bestätigtes Gemälde verkauft – «Der rote Weinberg».

Theo folgte ihm sechs Monate später ins Grab; beide liegen in Auvers nebeneinander.Dank Theos Witwe Jo und ihres Sohnes, die rund 900 Gemälde und 1.100 Zeichnungen bewahrten und Vincents Briefe veröffentlichten, wurde der zu Lebzeiten verachtete Maler weltberühmt.

Seine kühne Farbigkeit und emotionale Intensität legten das Fundament des Expressionismus, und Werke wie «Sternennacht» und die «Sonnenblumen» gehören zu den teuersten und geliebtesten der Welt – der Mythos eines Künstlers, der in seinen Bildern «etwas Tröstliches, wie Musik» suchte.

ABSCHNITT III -- CHRONOLOGIE

1853Geboren im Süden der Niederlande
1880Entscheidet sich, Maler zu werden (27 Jahre)
1886Zieht nach Paris, begegnet dem Impressionismus
1888Lässt sich in Arles nieder, malt die Sonnenblumen-Serie
1889Malt Die Sternennacht in der Heilanstalt von Saint-Rémy
1890Stirbt in Auvers-sur-Oise (37 Jahre)

ABSCHNITT IV -- BEMERKENSWERTE AUSSAGEN

Suche nicht nach einer schönen Landschaft – finde die Schönheit in der Landschaft vor dir.

Ich möchte in meinen Bildern etwas Tröstliches ausdrücken, wie Musik.

ABSCHNITT V -- FELDNOTIZEN

[A]Nur ein einziges Gemälde zu Lebzeiten verkauft

Er schuf zu Lebzeiten über 2.000 Werke, doch der einzige bestätigte Verkauf zu seinen Lebzeiten war Der rote Weinberg. Heute erzielen einzelne Werke zweistellige Millionenbeträge.

ABSCHNITT VI -- VERMACHTNIS UND WIRKUNG

Van Goghs kühner Gebrauch von Farbe und emotionale Intensität revolutionierten den Postimpressionismus und beeinflussten den Expressionismus und die moderne Kunst zutiefst. Obwohl er zu Lebzeiten nur ein einziges Gemälde verkaufte, gehören seine Werke heute zu den teuersten je verkauften, und seine Geschichte künstlerischer Beharrlichkeit angesichts psychischer Erkrankung inspiriert weiterhin Künstler weltweit.

ABSCHNITT VII -- HAUPTWERKE

  • [01]Sternennacht (1889)
  • [02]Sonnenblumen-Serie (1888-1889)
  • [03]Das Schlafzimmer (1888)
  • [04]Selbstporträt mit verbundenem Ohr (1889)
  • [05]Weizenfeld mit Krähen (1890)

ABSCHNITT VIII -- REFERENZMATERIALIEN

ENDE DER AKTE -- IJM-0008SEITE 1 VON 1