AKTENZEICHEN NR. IJM-0026
KLASSIFIKATION: HISTORISCHES ARCHIV
Alexander der Große
Alexander the Great
König und Feldherr

ABSCHNITT I -- PERSONENPROFIL
| Name | Alexander der Große |
|---|---|
| Englisch | Alexander the Great |
| Nationalitat | Griechenland |
| Lebensdaten | 356 v. Chr. – 323 v. Chr. |
| Geschlecht | Männlich |
| Jahrhundert | v. Chr. |
| Fachgebiet | Militär |
| Titel | König und Feldherr |
ABSCHNITT II -- UBERBLICK
Alexandros wurde 356 v.Chr.in Pella, der Hauptstadt Makedoniens, geboren, als Sohn König Philipps II.
und seiner Königin Olympias, einer molossischen Prinzessin mit leidenschaftlicher, mystischer Natur.Die Geburt fiel in dieselbe Nacht, in der der Tempel der Artemis in Ephesos niederbrannte – eines der sieben Weltwunder, was als Omen gedeutet wurde.
Seine Kindheit verlief in den Widersprüchen eines makedonischen Hofs: rauer Männerrunden mit reichlich Wein und der mystischen Welt seiner Mutter, die behauptete, Alexander stamme nicht von Philipp, sondern von Zeus selbst ab.Mit zwölf Jahren bändigte er das unreitbare Pferd Bukephalos, indem er bemerkte, dass es sich vor seinem eigenen Schatten fürchtete – «Sohn», soll Philipp geweint haben, «suche dir ein eigenes Königreich, denn Makedonien ist zu klein für dich.
» Der erste Wendepunkt war die Ausbildung unter Aristoteles ab 343 v.Chr.Philipp holte den berühmtesten Philosophen Griechenlands an den Hof und richtete in Mieza ein eigenes Gymnasium für den dreizehnjährigen Prinzen und seine adligen Gefährten ein.
Drei Jahre lang lernte Alexander Ethik, Politik, Rhetorik und – besonders prägend – die Werke Homers.Eine kommentierte Ausgabe der Ilias blieb sein Lebensbegleiter, sie lag nachts unter seinem Kopfkissen neben einem Dolch.
Mit 16 Jahren regierte er als Regent während Philipps Abwesenheit und schlug eigenständig einen thrakischen Aufstand nieder.Mit 18 Jahren führte er 338 v.Chr.
in der Schlacht von Chaironeia die makedonische Reiterei an, die die berühmte «Heilige Schar» Thebens vernichtete und damit den griechischen Widerstand brach.336 v.Chr.
wurde Philipp II.bei der Hochzeit seiner Tochter in Aigai von seinem Leibwächter Pausanias ermordet – ob Olympias und Alexander Mitwisser waren, bleibt eine der ungelösten Fragen der Antike.
Mit 20 Jahren bestieg Alexander den Thron.In den nächsten zwei Jahren sicherte er mit eisernem Durchgriff Griechenland: Als Theben sich erhob, ließ er die Stadt dem Erdboden gleichmachen und nur das Haus des Dichters Pindar und die Tempel verschonen – eine Warnung, die wirkte.
Der Korinthische Bund wählte ihn zum Hegemonen für den großen Feldzug, den schon sein Vater geplant hatte: die Rache an Persien für die Perserkriege 150 Jahre zuvor.334 v.Chr.
überschritt Alexander mit rund 35.000 Mann den Hellespont.Am Fluss Granikos schlug er die lokalen persischen Satrapen; bei Issos 333 v.
Chr.zertrümmerte er die persische Hauptarmee unter Großkönig Dareios III.persönlich und erbeutete dessen Familie, die er bemerkenswert höflich behandelte.
Die ägyptische Eroberung 332 v.Chr.war fast unblutig – die Ägypter begrüßten ihn als Befreier von der Perserherrschaft, und die Priester von Siwa bestätigten ihm im Orakel des Amun seine göttliche Abstammung.
An der Nilmündung gründete er 331 v.Chr.Alexandria, das zum größten Zentrum hellenistischer Gelehrsamkeit werden sollte.
Vor der Stadt Gordion durchschlug er der Legende nach den Gordischen Knoten, den niemand hatte lösen können – die Prophezeiung hatte dem Löser die Herrschaft über Asien zugesagt.Der zweite Wendepunkt war die Schlacht von Gaugamela am 1.
Oktober 331 v.Chr.Auf einer ebenen Fläche nördlich von Ninive stellte Dareios eine Armee, die Alexanders rund fünffach an Zahl überlegen war – Sichelwagen, Kriegselefanten, persische Unsterbliche.
Mit einer genialen schrägen Ordnung und einer keilförmigen Gefährtenreiter-Attacke gegen das Zentrum zerbrach Alexander die persische Linie.Dareios floh, Alexander marschierte in Babylon, Susa und Persepolis ein; die alte persische Hauptstadt ließ er – ob im Trunk oder in planvoller Rache – in Flammen aufgehen.
Von nun an trieb ihn eine Sehnsucht nach immer fernerem Osten.Er verfolgte Dareios bis zu dessen Ermordung durch den Satrapen Bessos 330 v.Chr.
, unterwarf Baktrien und Sogdien in zähen Gebirgskriegen (329–327 v.Chr.) und heiratete die Sogderin Roxane.
Dann überschritt er 327 v.Chr.mit seiner müden Armee den Hindukusch, drang in den Indischen Subkontinent ein und besiegte 326 v.
Chr.am Hydaspes den indischen König Poros in einer Schlacht, die als militärisches Meisterwerk gilt und in der sein geliebter Bukephalos starb.Doch am Fluss Hyphasis verweigerten seine erschöpften Veteranen den weiteren Vormarsch nach Ostindien.
Der bittere Rückzug durch die gedrosische Wüste forderte Zehntausende Opfer.In Babylon plante Alexander weitere Eroberungen – Arabien, das westliche Mittelmeer.Er verband die Kulturen Ost und West: Er forcierte gemischte Ehen zwischen Makedoniern und Persern (er selbst heiratete zusätzlich zwei Achämenidenprinzessinnen), übernahm persische Hofzeremonien und rief zur «homonoia», der Eintracht, zwischen den Völkern seines Reiches auf.
Am 10.oder 11.Juni 323 v.
Chr.starb er in Babylon nach einem Fieber, 32 Jahre alt – Malaria, Typhus, Vergiftung werden diskutiert.Sein Reich zerfiel binnen Jahrzehnten in die Diadochenreiche, doch seine Städte, besonders Alexandria, blieben Jahrhunderte Zentren der Bildung.
Die hellenistische Kultur, die er auf drei Kontinenten verbreitete, prägte die Spätantike bis zum Islam, und seine militärischen Taktiken werden heute noch an Militärakademien studiert.Keine andere Gestalt der Antike hatte einen größeren Einfluss auf das Selbstverständnis der europäischen Eroberer und Herrscher bis in die Neuzeit.
ABSCHNITT III -- CHRONOLOGIE
ABSCHNITT IV -- BEMERKENSWERTE AUSSAGEN
“Es gibt nichts Unmögliches für den, der es versucht.”
ABSCHNITT V -- FELDNOTIZEN
[A]Der Gordische Knoten
In der antiken Stadt Gordion befand sich ein unlösbarer Knoten, und eine Prophezeiung besagte, wer ihn löse, werde Herrscher über Asien. Alexander soll den Knoten kurzerhand mit seinem Schwert durchschlagen haben – ein Sinnbild für seine entschlossene Art, Probleme zu lösen.
ABSCHNITT VI -- VERMACHTNIS UND WIRKUNG
Alexander schuf vor seinem 33. Lebensjahr eines der größten Reiche der Geschichte, verbreitete die griechische Kultur von Ägypten bis Indien und läutete das hellenistische Zeitalter ein. Die von ihm gegründeten Städte, insbesondere Alexandria in Ägypten, wurden zu Zentren der Bildung und des kulturellen Austauschs, die die antike Welt jahrhundertelang prägten. Seine militärischen Taktiken werden heute noch an Militärakademien studiert.
ABSCHNITT VII -- HAUPTWERKE
- [01]Eroberung des Persischen Reiches (334-330 v. Chr.)
- [02]Gründung von Alexandria, Ägypten (331 v. Chr.)
- [03]Schlacht von Gaugamela (331 v. Chr.)
- [04]Feldzug nach Indien (327-325 v. Chr.)
- [05]Verbreitung der hellenistischen Kultur über drei Kontinente



