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AKTENZEICHEN NR. IJM-0011

KLASSIFIKATION: HISTORISCHES ARCHIV

Anne Frank

Anne Frank

Tagebuchautorin

Anne Frank

ABSCHNITT I -- PERSONENPROFIL

NameAnne Frank
EnglischAnne Frank
NationalitatDeutschland
Lebensdaten1929–1945
GeschlechtWeiblich
Jahrhundert20. Jh.
FachgebietLiteratur
TitelTagebuchautorin

ABSCHNITT II -- UBERBLICK

Annelies Marie Frank kam am 12.Juni 1929 in Frankfurt am Main als zweite Tochter von Otto und Edith Frank zur Welt.Die Franks waren eine gebildete liberal-jüdische Familie; Otto hatte im Ersten Weltkrieg als Offizier im deutschen Heer gedient und arbeitete als Bankier.

Anne wuchs in einer musikalischen, bücherliebenden Umgebung auf, die ihr älterer Schwester Margot eine ruhige Musterschülerin war, während Anne selbst als lebhaftes, wortgewandtes und manchmal schwieriges Kind galt.Sie liebte es zu reden – ihr Spitzname in der Schule war «Mistress Quack-Quack».

Der erste Wendepunkt kam 1933, als Anne drei Jahre alt war.Nach Hitlers Machtergreifung beschloss Otto, Deutschland zu verlassen.Die Familie emigrierte nach Amsterdam, wo Otto die niederländische Filiale der Gewürzfirma Opekta aufbaute.

Anne lernte rasch Niederländisch, besuchte die Montessori-Schule und fühlte sich, so sagte sie später, «mehr als Holländerin denn als Deutsche».Die Familie war glücklich – bis die Wehrmacht im Mai 1940 die Niederlande überfiel.

Schritt für Schritt wurden Juden aus dem öffentlichen Leben ausgeschlossen: Berufsverbote, gelber Stern, Ausschluss aus öffentlichen Schulen.Anne musste 1941 auf das Jüdische Lyzeum wechseln.

Zu ihrem 13.Geburtstag am 12.Juni 1942 bekam Anne ein rot-weiß kariertes Autogrammbuch, das sie als Tagebuch benutzte.

Sie nannte es «Kitty» und schrieb darin wie an eine imaginäre Freundin.Nur drei Wochen später, am 5.Juli 1942, erhielt Margot eine Aufforderung zum «Arbeitseinsatz» in Deutschland.

Die Franks tauchten am nächsten Morgen in die bereits vorbereitete Zuflucht ein: das «Achterhuis», das Hinterhaus über Otto Franks Geschäft an der Prinsengracht 263.Hinter einem beweglichen Bücherregal verbargen sich die Räume, in denen acht Menschen – die Franks, die Familie van Pels und später der Zahnarzt Fritz Pfeffer – insgesamt 25 Monate leben sollten.

Der zweite Wendepunkt in Annes Schreiben kam im März 1944, als sie im Radio Oranje die Rede des niederländischen Ministers Bolkestein hörte, der nach dem Krieg Tagebücher und Briefe von Zivilisten sammeln wollte.Anne beschloss, aus ihrem Tagebuch ein Buch zu machen.

Sie begann, ihre Einträge unter dem Titel «Het Achterhuis» zu überarbeiten, Namen zu pseudonymisieren und literarisch zu verdichten.Unter den Bedingungen der Enge, des Hungers und der Furcht vor Entdeckung reifte sie zur erstaunlichen Schriftstellerin heran.

Sie schrieb: «Ich möchte fortleben, auch nach meinem Tod.» Am Morgen des 4.August 1944 drangen deutsche Sicherheitspolizei und niederländische Kollaborateure ins Hinterhaus ein; sie waren verraten worden, von wem, ist bis heute nicht geklärt.

Die Bewohner wurden verhaftet.Von Westerbork aus wurden sie am 3.September 1944 mit dem letzten Transport nach Auschwitz-Birkenau deportiert, wo die Familie getrennt wurde – Otto sah Anne zum letzten Mal.

Ende Oktober 1944 wurden Anne und Margot ins Konzentrationslager Bergen-Belsen verlegt.Dort, unter katastrophalen hygienischen Bedingungen, erkrankten beide Schwestern an Typhus.

Margot starb zuerst, Anne wenige Tage später, vermutlich im Februar oder Anfang März 1945 – wenige Wochen vor der Befreiung des Lagers durch britische Truppen am 15.April.Von den acht Versteckten überlebte nur Otto Frank.

Miep Gies, die Helferin, hatte Annes verstreute Tagebuchseiten aufgehoben und übergab sie Otto nach seiner Rückkehr.«Das Tagebuch der Anne Frank» erschien 1947 zunächst in kleiner niederländischer Auflage, wurde ab 1950 ins Deutsche, dann in über 70 Sprachen übersetzt und zig Millionen Mal verkauft.

Annes Stimme gab dem Holocaust ein menschliches Gesicht und verwandelte die abstrakten Statistiken des Genozids in die intime, nahbare Erfahrung eines jugendlichen Mädchens, das «trotz allem noch immer an das Gute im Menschen» glauben wollte.Das Anne-Frank-Haus in Amsterdam ist eines der meistbesuchten Museen Europas.

ABSCHNITT III -- CHRONOLOGIE

1929Geboren in Frankfurt
1933Familie emigriert nach der Machtergreifung der Nazis in die Niederlande
1942Beginnt das Leben im Versteck im Amsterdamer Hinterhaus
1942Beginnt, ihr Tagebuch zu schreiben
1944Das Hinterhaus wird entdeckt; Deportation ins Konzentrationslager
1945Stirbt in Bergen-Belsen (15 Jahre)
1947Das Tagebuch der Anne Frank wird von ihrem Vater Otto veröffentlicht

ABSCHNITT IV -- BEMERKENSWERTE AUSSAGEN

Ich glaube trotz allem noch immer an das Gute im Menschen.

In jedem Menschen steckt eine gute Nachricht. Die gute Nachricht ist, dass du nicht weißt, wie großartig du sein kannst.

ABSCHNITT V -- FELDNOTIZEN

[A]Das Tagebuch war ein Geburtstagsgeschenk

Anne begann am 12. Juni 1942 zu schreiben – dem Tag, an dem sie von ihrem Vater ein rot kariertes Tagebuch als Geschenk zum 13. Geburtstag erhielt. Sie nannte das Tagebuch «Kitty» und schrieb, als vertraue sie sich einer imaginären Freundin an.

ABSCHNITT VI -- VERMACHTNIS UND WIRKUNG

Anne Franks Tagebuch gab dem Holocaust ein menschliches Gesicht und verwandelte die abstrakten Statistiken des Genozids in die intime, nahbare Stimme eines jugendlichen Mädchens. In über 70 Sprachen übersetzt und von zig Millionen gelesen, bleibt es eines der mächtigsten Zeugnisse gegen Hass und Intoleranz, und das Anne-Frank-Haus in Amsterdam ist eines der meistbesuchten Museen Europas.

ABSCHNITT VII -- HAUPTWERKE

  • [01]Das Tagebuch der Anne Frank (veröffentlicht 1947)
  • [02]Geschichten aus dem Hinterhaus (Kurzgeschichten und Essays)
  • [03]Die kritische Ausgabe des Tagebuchs (1986)
  • [04]Die überarbeitete kritische Ausgabe (2003)

ABSCHNITT VIII -- REFERENZMATERIALIEN

ENDE DER AKTE -- IJM-0011SEITE 1 VON 1