AKTENZEICHEN NR. IJM-0015
KLASSIFIKATION: HISTORISCHES ARCHIV
William Shakespeare
Shakespeare
Dramatiker und Dichter

ABSCHNITT I -- PERSONENPROFIL
| Name | William Shakespeare |
|---|---|
| Englisch | Shakespeare |
| Nationalitat | Vereinigtes Königreich |
| Lebensdaten | 1564–1616 |
| Geschlecht | Männlich |
| Jahrhundert | 16.–18. Jh. |
| Fachgebiet | Literatur |
| Titel | Dramatiker und Dichter |
ABSCHNITT II -- UBERBLICK
William Shakespeare wurde im April 1564 in Stratford-upon-Avon getauft – sein genauer Geburtstag ist nicht überliefert, wird aber traditionell auf den 23.April gelegt, auch sein späterer Todestag.
Sein Vater John war Handschuhmacher, Händler und zeitweise Stadtrat und Bürgermeister der Kleinstadt, seine Mutter Mary Arden stammte aus einer alten katholischen Landbesitzer-Familie.Er besuchte vermutlich die King Edward VI.
Grammar School, wo er Latein, Rhetorik und klassische Autoren wie Ovid, Vergil und Plautus studierte – eine Ausbildung, die sein späteres Werk durchtränken sollte.Als Shakespeare dreizehn war, geriet die Familie in finanzielle Schwierigkeiten, und der Sohn verließ die Schule ohne Universitätsabschluss.
Der erste Wendepunkt kam im November 1582, als der 18-jährige William die acht Jahre ältere Anne Hathaway heiratete, die bereits im dritten Monat schwanger war.Sie bekamen drei Kinder: Susanna 1583 und die Zwillinge Judith und Hamnet 1585.
Danach verlieren sich seine Spuren für sieben Jahre – die berühmten «lost years», über die wild spekuliert wird: War er Dorfschullehrer?Soldat?Wilderer auf der Flucht?
Sicher ist nur, dass er um 1592 in London als Schauspieler und Dramatiker auftauchte, denn der neidische Pamphletist Robert Greene schmähte ihn in diesem Jahr als «emporgekommene Krähe, die sich mit unseren Federn schmückt».In den 1590er Jahren arbeitete Shakespeare sich rasch zu einer zentralen Figur der Londoner Theaterszene empor.
Er wurde Gesellschafter der Theatertruppe «Lord Chamberlain's Men», für die er exklusiv schrieb und in der er selbst auftrat.Er begann mit Historiendramen («Richard III.», «Heinrich IV.
»), eleganten Komödien («Ein Sommernachtstraum», 1595/96; «Viel Lärm um nichts») und jugendlichen Tragödien («Romeo und Julia», um 1595).Parallel veröffentlichte er während der Pestzeit zwei Versepen und publizierte zirkulierende Sonette – 154 Gedichte, die Liebe, Schönheit und Vergänglichkeit mit nie dagewesener psychologischer Raffinesse ausleuchten.
Der zweite Wendepunkt war 1599 der Bau des Globe Theatre am Südufer der Themse, an dem Shakespeare Miteigentümer wurde.Mit der festen Bühne begann seine große Tragödienphase.Der Tod seines elfjährigen Sohnes Hamnet 1596 hatte ihn tief getroffen; einige Jahre später entstand um 1600 «Hamlet», die Selbstbefragung des melancholischen Prinzen, der größte psychologische Monolog der Weltliteratur.
Es folgten «Othello» (1604), «König Lear» (1606), «Macbeth» (1606) – Meisterwerke über Eifersucht, Macht, Wahn und Schuld.Unter dem neuen König Jakob I., einem Theaterfreund, wurde die Truppe 1603 zu den «King's Men» geadelt.
In seiner Spätphase wandte sich Shakespeare den sogenannten «Romanzen» zu, versöhnlicheren Stücken mit fantastischen Elementen: «Das Wintermärchen», «Cymbeline» und vor allem «Der Sturm» (um 1611), in dem der Zauberer Prospero am Ende seinen Zauberstab zerbricht – oft als Abschied des Autors von der Bühne gelesen.Um 1611 zog Shakespeare sich weitgehend nach Stratford zurück, in das große Haus New Place, das er erworben hatte.
Er investierte in Land und Korn und lebte als geachteter Bürger.William Shakespeare starb am 23.April 1616 mit 52 Jahren, vermutlich nach einer Fieberkrankheit.
Er wurde im Chor der Holy Trinity Church in Stratford beigesetzt; sein Grabstein trägt den Fluch gegen Grabschänder, den er selbst verfasst haben soll.Sieben Jahre nach seinem Tod, 1623, gaben seine Schauspielerkollegen John Heminges und Henry Condell das «First Folio» heraus, das 36 seiner Stücke der Nachwelt bewahrte – ohne diese Edition wären die Hälfte davon verloren.
Er erfand rund 1.700 englische Wörter, darunter «lonely», «generous» und «assassination», schuf Charaktere von einer psychologischen Tiefe, die über Kulturen und Jahrhunderte hinweg relevant bleiben, und gilt unbestritten als der größte Schriftsteller englischer Sprache.
Kein anderer Autor hatte einen vergleichbaren Einfluss auf die Weltliteratur.
ABSCHNITT III -- CHRONOLOGIE
ABSCHNITT IV -- BEMERKENSWERTE AUSSAGEN
“Sein oder Nichtsein, das ist hier die Frage.”
“Die ganze Welt ist eine Bühne.”
ABSCHNITT V -- FELDNOTIZEN
[A]Worterfinder
Shakespeare erfand Wörter wie «lonely» (einsam), «generous» (großzügig) und «assassination» (Attentat). Man schätzt, dass er rund 1.700 Wörter zur englischen Sprache hinzufügte, von denen viele heute noch täglich benutzt werden.
ABSCHNITT VI -- VERMACHTNIS UND WIRKUNG
Shakespeares Stücke und Sonette definierten die Möglichkeiten der englischen Sprache und etablierten die dramatischen Archetypen, die das westliche Erzählen tragen. Er erfand etwa 1.700 Wörter, die heute noch in Gebrauch sind, und schuf Charaktere von solcher psychologischer Tiefe, dass sie über Kulturen und Jahrhunderte hinweg relevant bleiben. Kein anderer Schriftsteller hatte einen vergleichbaren Einfluss auf die Weltliteratur.
ABSCHNITT VII -- HAUPTWERKE
- [01]Hamlet (ca. 1600)
- [02]Romeo und Julia (ca. 1595)
- [03]Macbeth (ca. 1606)
- [04]Ein Sommernachtstraum (ca. 1595)
- [05]Sonette (154 Gedichte, veröffentlicht 1609)



