AKTENZEICHEN NR. IJM-0021
KLASSIFIKATION: HISTORISCHES ARCHIV
Martin Luther King Jr.
Martin Luther King Jr.
Bürgerrechtsführer

ABSCHNITT I -- PERSONENPROFIL
| Name | Martin Luther King Jr. |
|---|---|
| Englisch | Martin Luther King Jr. |
| Nationalitat | Vereinigte Staaten |
| Lebensdaten | 1929–1968 |
| Geschlecht | Männlich |
| Jahrhundert | 20. Jh. |
| Fachgebiet | Politik |
| Titel | Bürgerrechtsführer |
ABSCHNITT II -- UBERBLICK
Michael King Jr.wurde am 15.Januar 1929 in Atlanta, Georgia, als zweites von drei Kindern geboren; sein Vater, Pastor der Ebenezer-Baptistenkirche, änderte später beide Vornamen nach einer Deutschlandreise zu Ehren Martin Luthers.
Atlanta lebte unter der Jim-Crow-Segregation: getrennte Schulen, getrennte Toiletten, getrennte Sitzbereiche im Bus.Mit sechs Jahren verlor Martin seinen weißen Schulfreund, weil dessen Eltern keinen Umgang mit einem schwarzen Kind duldeten – seine Mutter erklärte ihm die Geschichte der amerikanischen Sklaverei.
Sein Großvater und Vater, beide einflussreiche Baptistenprediger, verbanden christliche Frömmigkeit mit sozialem Engagement.Der hochbegabte Junge übersprang zwei Schulklassen und trat mit nur 15 Jahren ins Morehouse College ein, ein historisch schwarzes College.
Der erste Wendepunkt kam während seiner theologischen Studien am Crozer Theological Seminary und an der Boston University, wo er 1955 in systematischer Theologie promovierte.Hier entdeckte er die Schriften Gandhis und Henry David Thoreaus über zivilen Ungehorsam.
Die Kombination aus dem christlichen Gebot der Nächstenliebe und Gandhis Methode des gewaltlosen Massenwiderstands wurde zur Grundlage seiner späteren Bewegung.1953 heiratete er Coretta Scott, eine Sängerin und spätere Aktivistin; das Paar bekam vier Kinder.
1954 übernahm er seine erste Stelle als Pastor der Dexter Avenue Baptist Church in Montgomery, Alabama – eine schicksalhafte Wahl.Am 1.Dezember 1955 weigerte sich Rosa Parks, ihren Sitz im Bus einem weißen Fahrgast zu überlassen.
Die schwarze Gemeinde Montgomerys organisierte einen Busboykott und wählte den damals erst 26-jährigen King als ihren Sprecher, gerade weil er noch zu neu in der Stadt war, um Feinde zu haben.381 Tage lang gingen schwarze Arbeiter zu Fuß, fuhren Fahrgemeinschaften oder blieben zu Hause, während weiße Extremisten Kirchen bombten und auch Kings Haus in Brand setzten.
Am 13.November 1956 erklärte der Oberste Gerichtshof die Segregation in Bussen für verfassungswidrig – ein erster großer Sieg.King wurde Mitbegründer und Präsident der Southern Christian Leadership Conference (SCLC).
Der zweite Wendepunkt war der 28.August 1963: der «Marsch auf Washington für Arbeit und Freiheit».Rund 250.
000 Menschen versammelten sich vor dem Lincoln Memorial.King hielt seine vorbereitete Rede zunächst formell.Dann rief ihm die Gospelsängerin Mahalia Jackson hinter ihm zu: «Tell them about the dream, Martin!
» King legte seine Notizen beiseite und improvisierte jenen Teil, der in die Geschichte einging: «I have a dream that my four little children will one day live in a nation where they will not be judged by the color of their skin but by the content of their character.» Die Rede half, den Civil Rights Act von 1964 durchzubringen, der Diskriminierung in öffentlichen Einrichtungen verbot.
Im selben Jahr erhielt King, 35 Jahre alt, den Friedensnobelpreis – er spendete das gesamte Preisgeld der Bewegung.Es folgten die Märsche von Selma nach Montgomery 1965, auf denen Staatspolizisten am «Blutigen Sonntag» (7.
März) die Demonstranten brutal mit Knüppeln und Tränengas angriffen.Die Fernsehbilder erschütterten Amerika.Präsident Johnson unterzeichnete im August 1965 den Voting Rights Act, der jahrzehntelange Wahlunterdrückung im Süden beendete.
King weitete seinen Kampf aus: gegen die Armut aller Amerikaner und gegen den Vietnamkrieg, den er 1967 in einer Rede in der Riverside Church scharf verurteilte.Diese Wendung kostete ihn die Unterstützung Johnsons und vieler weißer Liberaler; Umfragen zeigten ihn zuletzt als eine der unpopulärsten Figuren Amerikas.
Am 3.April 1968 war King in Memphis, Tennessee, um streikende schwarze Müllarbeiter zu unterstützen.Am Abend hielt er die «Mountaintop»-Rede: «Ich bin auf dem Gipfel gewesen… Ich habe das Gelobte Land gesehen.
Vielleicht werde ich nicht mit euch dorthin kommen.» Am nächsten Abend, dem 4.April 1968, um 18:01 Uhr, wurde er auf dem Balkon des Lorraine Motel von einem Gewehrschuss des weißen Rassisten James Earl Ray erschossen, 39 Jahre alt.
Sein Tod löste Aufstände in über 100 amerikanischen Städten aus.Seine Führung führte direkt zum Civil Rights Act von 1964 und zum Voting Rights Act von 1965, die die rechtliche Segregation in den USA beendeten.
Die «I Have a Dream»-Rede zählt zu den mächtigsten der Menschheitsgeschichte, und seine Philosophie des gewaltlosen Widerstands inspiriert bis heute Bewegungen für soziale Gerechtigkeit weltweit.Der Martin Luther King Jr.
Day ist seit 1986 amerikanischer Bundesfeiertag.
ABSCHNITT III -- CHRONOLOGIE
ABSCHNITT IV -- BEMERKENSWERTE AUSSAGEN
“Ich habe einen Traum...”
“Ungerechtigkeit an irgendeinem Ort bedroht die Gerechtigkeit an jedem Ort.”
ABSCHNITT V -- FELDNOTIZEN
[A]Eine improvisierte Rede
Der berühmteste Teil seiner Rede «Ich habe einen Traum» war weitgehend improvisiert. Als Mahalia Jackson ihm zurief «Erzähl ihnen vom Traum!», ließ King seine Notizen beiseite und sprach aus dem Herzen – einer der unvergesslichsten Momente der Geschichte.
ABSCHNITT VI -- VERMACHTNIS UND WIRKUNG
Kings Führung der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung führte direkt zum Civil Rights Act von 1964 und zum Voting Rights Act von 1965, die die rechtliche Segregation in den Vereinigten Staaten beendeten. Seine Philosophie des gewaltlosen Protests inspirierte Bewegungen für soziale Gerechtigkeit weltweit, und seine 'I Have a Dream'-Rede bleibt eine der mächtigsten Reden der Menschheitsgeschichte. Der Martin Luther King Jr. Day ist ein US-amerikanischer Bundesfeiertag.
ABSCHNITT VII -- HAUPTWERKE
- [01]'I Have a Dream'-Rede (1963)
- [02]Brief aus dem Gefängnis von Birmingham (1963)
- [03]Führung des Montgomery-Busboykotts (1955-1956)
- [04]Märsche von Selma nach Montgomery (1965)
- [05]Dankesrede zum Friedensnobelpreis (1964)



