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AKTENZEICHEN NR. IJM-0028

KLASSIFIKATION: HISTORISCHES ARCHIV

Thomas Edison

Thomas Edison

Erfinder und Unternehmer

Thomas Edison

ABSCHNITT I -- PERSONENPROFIL

NameThomas Edison
EnglischThomas Edison
NationalitatVereinigte Staaten
Lebensdaten1847–1931
GeschlechtMännlich
Jahrhundert19. Jh.
FachgebietWissenschaft
TitelErfinder und Unternehmer

ABSCHNITT II -- UBERBLICK

Thomas Alva Edison wurde 1847 in Milan, Ohio, als siebtes und letztes Kind eines ehemaligen kanadischen Rebellen und einer Lehrerin geboren.Schon als Kleinkind verblüffte er die Nachbarn mit unentwegten «Warum?

»-Fragen.Als er sieben war, zog die Familie nach Port Huron, Michigan.In der Schule blieb er nur wenige Monate: Der Lehrer hielt den verträumten Jungen, der eher in Experimenten als im Pult lebte, für «wirr» und «zurückgeblieben».

Seine Mutter Nancy, eine ehemalige Lehrerin, nahm ihn empört heraus und unterrichtete ihn selbst – später sagte Edison, sie habe «mich gemacht».Er verschlang naturwissenschaftliche Bücher wie Parkers «School of Natural Philosophy» und Faradays Experimentalbände und richtete im Keller ein Chemielabor ein.

Mit elf hatte er einen eigenen Telegrafen gebaut, um mit einem Freund zu kommunizieren.Der erste Wendepunkt kam 1862, als der 15-Jährige als «Zeitungsjunge» auf der Grand Trunk Railway arbeitete und Süßigkeiten und Blätter im Zug verkaufte.

In einer Pause am Bahnhof von Mount Clemens riss er den kleinen Sohn des Bahnhofsvorstehers Mackenzie aus dem Weg eines heranrollenden Güterwagens.Aus Dankbarkeit brachte ihm der Vater Telegrafie bei.

Schon bald arbeitete Edison als Nachttelegrafist – in dieser Zeit wurde sein zunehmender Gehörverlust, den er auf Scharlach und später auf einen Schaffner zurückführte, der ihn an den Ohren in einen Zug gezogen haben soll, zum stillen Vorteil: Er konnte die klopfende Morse-Maschine lesen, ohne durch Umgebungsgeräusche gestört zu werden.Er wanderte als «Wanderaufnehmer» durch den Mittleren Westen und tüftelte nachts an Verbesserungen der Telegrafie.

1869 zog er nach New York, reparierte dort zufällig einen ausgefallenen Goldkurs-Ticker für eine Börsenfirma und wurde daraufhin sofort zum Obertelegrafeningenieur gemacht.Sein erster kommerzieller Erfolg war der verbesserte Aktien-Ticker, den er 1870 für 40.

000 Dollar verkaufte – eine für ihn unvorstellbare Summe.Mit diesem Kapital gründete er Werkstätten in Newark und 1876 das berühmte «Erfinderlabor» in Menlo Park, New Jersey.Edisons Genie war nicht nur erfinderisch, sondern organisatorisch: Er bündelte Chemiker, Ingenieure, Mechaniker und Maschinisten zu einer «Erfindungsfabrik».

Er versprach, «alle zehn Tage eine kleine Erfindung und alle sechs Monate eine große» zu liefern – und hielt es.1877 entstand der Phonograph, der erste Apparat, der Tonaufnahmen wiedergeben konnte; er sprach «Mary had a little lamb» auf Zinnfolie, die das Gerät zurückgab, und die Welt war fassungslos.

Die Presse taufte ihn «der Zauberer von Menlo Park».Der zweite Wendepunkt war die praktikable Glühlampe 1879.Das Prinzip war nicht neu – Dutzende Erfinder hatten es versucht –, aber keines hatte eine Lampe geschaffen, die mehr als Minuten brannte.

Edison und sein Team testeten über 6.000 Materialien für den Glühfaden, bevor karbonisierter Bambusfaden im Oktober 1879 eine Lampe 40 Stunden brennen ließ.«Ich habe nicht versagt», sagte er berühmt, «ich habe zehntausend Wege gefunden, die nicht funktionieren.

» 1882 eröffnete er am Manhattan Pearl Street das erste kommerzielle Elektrizitätswerk der Welt und belieferte zunächst 85 Gebäude mit Gleichstrom – der Beginn der elektrifizierten Stadt.In den 1880er Jahren entwickelte sich daraus der berühmte «Stromkrieg» gegen George Westinghouse und Nikola Tesla, die Wechselstrom vertraten.

Edison, kommerziell am Gleichstrom festhaltend, führte eine hässliche Propagandakampagne: Er ließ öffentlich Tiere mit Wechselstrom töten, um ihn als mörderisch darzustellen, und drängte sogar auf den Einsatz des Wechselstroms für die erste elektrische Hinrichtung 1890.Der Kampf war wirtschaftlich verloren: Wechselstrom setzte sich für die Ferntransmission durch.

Doch Edisons industrielles Imperium florierte in anderen Gebieten weiter.1891 patentierte sein Labor das Kinetoskop, den Vorläufer der Filmkamera, der 1894 in den ersten kommerziellen «Peep Show»-Kinetoskopenparlors in New York lief und die Filmindustrie begründete.

Seine Studio «Black Maria» in West Orange war das erste Filmstudio der Welt.Er entwickelte einen Alkalischen Akkumulator (1901), verbesserte Zementindustrie und Bergbau, und während des Ersten Weltkriegs leitete er die Marine-Beratungskommission.

Er verlangte von seinen Mitarbeitern unmenschliche Arbeitsstunden und unterhielt 50 Jahre lang eine berühmte Lagerbett-Gewohnheit für seine ständigen Kurznickerchen.Zeitlebens erhielt er 1.

093 US-Patente.Thomas Edison starb 1931 in West Orange, New Jersey, 84 Jahre alt.Präsident Hoover schlug als Ehrung vor, die elektrischen Lichter der Nation für eine Minute auszuschalten – man tat es, doch nur kurz, denn die modernen Städte konnten ohne Licht nicht mehr existieren.

Seine Erfindungen schufen ganze Industrien und veränderten das tägliche Leben grundlegend: Die praktische Glühbirne machte elektrisches Licht universell, sein Phonograph brachte die Schallplattenindustrie hervor, seine Filmkamera startete Hollywood.Sein Labor in Menlo Park etablierte das Modell der organisierten industriellen Forschung, dem IBM, Bell Labs und Silicon Valley bis heute folgen.

«Genie», wie er selbst sagte, «ist ein Prozent Inspiration und neunundneunzig Prozent Transpiration.

ABSCHNITT III -- CHRONOLOGIE

1847Geboren in Milan, Ohio
1869Erhält sein erstes Patent für einen elektrischen Stimmenzähler
1877Erfindet den Phonographen
1879Entwickelt eine praktikable Glühbirne
1882Eröffnet das erste Elektrizitätswerk in der Pearl Street, New York
1891Erfindet den Kinetographen (Filmkamera)
1931Stirbt in West Orange, New Jersey (84 Jahre)

ABSCHNITT IV -- BEMERKENSWERTE AUSSAGEN

Genie ist ein Prozent Inspiration und neunundneunzig Prozent Transpiration.

Ich habe nicht versagt. Ich habe nur zehntausend Wege gefunden, die nicht funktionieren.

ABSCHNITT V -- FELDNOTIZEN

[A]Tausend Versuche bis zur Glühbirne

Edison testete Tausende verschiedener Materialien für den Glühfaden seiner Lampe. Als ein Assistent ihn nach den vielen Fehlversuchen fragte, antwortete er: «Ich habe nicht versagt. Ich kenne jetzt tausend Materialien, die nicht funktionieren.» Schließlich fand er mit karbonisiertem Bambus den richtigen Faden.

ABSCHNITT VI -- VERMACHTNIS UND WIRKUNG

Edisons Erfindungen schufen ganze Industrien und veränderten das tägliche Leben grundlegend. Die praktische Glühbirne machte elektrisches Licht universell, sein Phonograph brachte die Schallplattenindustrie hervor, und seine Filmkamera startete die Filmindustrie. Sein Labor in Menlo Park etablierte das Modell der organisierten industriellen Forschung, dem Unternehmen bis heute folgen.

ABSCHNITT VII -- HAUPTWERKE

  • [01]Praktische Glühlampe (1879)
  • [02]Phonograph (1877)
  • [03]Filmkamera / Kinetoskop (1891)
  • [04]Erstes kommerzielles Elektrizitätswerk, Pearl Street (1882)
  • [05]Alkalischer Akkumulator (1901)

ABSCHNITT VIII -- REFERENZMATERIALIEN

ENDE DER AKTE -- IJM-0028SEITE 1 VON 1