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AKTENZEICHEN NR. IJM-0032

KLASSIFIKATION: HISTORISCHES ARCHIV

Katsushika Hokusai

Katsushika Hokusai

Maler und Holzschnittkünstler

Katsushika Hokusai

ABSCHNITT I -- PERSONENPROFIL

NameKatsushika Hokusai
EnglischKatsushika Hokusai
NationalitatJapan
Lebensdaten1760–1849
GeschlechtMännlich
Jahrhundert19. Jh.
FachgebietKunst
TitelMaler und Holzschnittkünstler

ABSCHNITT II -- UBERBLICK

Der Mann, den die Welt als Hokusai kennt, wurde 1760 im Bezirk Honjo-Waricho in Edo – dem heutigen Tokio – geboren.Er wurde vermutlich in einer Handwerkerfamilie adoptiert; sein Stiefvater war Spiegelpolierer am Hof des Shoguns.

Schon als Kind zeichnete er besessen; mit sechs Jahren, so erinnerte er sich später, begann sein Interesse an Formen.Mit vierzehn lernte er Holzschnitzen in einer Buchdruckerei, was ihm genaue Kenntnis der technischen Seite des Druckes vermittelte, die sein späteres Werk prägen sollte.

Edo war in der späten Edo-Zeit eine aufblühende Stadt von über einer Million Menschen, mit einer bürgerlichen Kultur, in der Ukiyo-e («Bilder der flüchtigen Welt») Kabuki-Schauspieler, Kurtisanen und Alltagsszenen in farbigen Holzschnitten verewigte.Der erste Wendepunkt kam 1778, als der 18-Jährige in die Werkstatt des renommierten Ukiyo-e-Meisters Katsukawa Shunshō eintrat, berühmt für Schauspielerporträts.

Er veröffentlichte unter dem Namen Shunrō seine ersten Drucke – Kabuki-Helden und anmutige Frauen.Doch schon früh wich er von der Schule ab: Er zeichnete heimlich Landschaften und studierte den Stil der Kanō-Schule und westliche Perspektive aus holländischen Stichen, die über Nagasaki ins Land kamen.

Als Shunshō 1793 starb, brach Hokusai mit der Werkstatt, was einen Skandal auslöste.Er wurde vorübergehend in Armut gestürzt und musste auf der Straße Paprikaschoten verkaufen, um zu überleben.

In den folgenden Jahrzehnten erfand er sich unablässig neu.Er wechselte Künstlernamen, als wären es Masken: Sōri, Kakō, Taito, Iitsu, Manji – über 30 Mal im Laufe seines Lebens.

Jeder Wechsel markierte eine neue Phase des Experimentierens.Um 1800 nahm er den Namen «Hokusai» («Nordstern-Atelier») an, in Verehrung des Myōken-Bodhisattva, der im Polarstern verkörpert ist.

Er arbeitete in allen Bereichen: Surimono (private Luxusdrucke), Buchillustrationen, Haiku-Zeichnungen, Landschaften, erotische Shunga-Drucke (darunter «Der Traum der Fischersfrau» von 1814), mythologische Szenen, Studien von Pflanzen und Tieren.1814 begann er mit der Veröffentlichung der «Hokusai Manga», einer fünfzehnbändigen Sammlung von 4.

000 Skizzen aller denkbaren Motive – Bauern, Geister, Sumo-Ringer, Tiere, Gesichter aller Art – die als eine der großen Inspirationsquellen für Künstler wurde und gelegentlich als Vorläufer der modernen Manga bezeichnet wird.Der zweite Wendepunkt war 1831, als Hokusai siebzig Jahre alt war.

Er veröffentlichte die Serie «Sechsunddreißig Ansichten des Fuji» (Fugaku sanjūrokkei), die einschließlich der späteren zehn Zusatzblätter 46 Drucke umfasste.Darin prangt der heilige Berg Fuji als beständige Präsenz – mal im Vordergrund, mal am fernen Horizont, zu jeder Jahreszeit und Tageszeit, vom Fischmarkt, vom Teefeld, aus einem Taifun gesehen.

Das berühmteste Blatt der Serie, «Die große Welle vor Kanagawa», zeigt eine Mammutwelle mit gierigen Klauenkämmen, die sich über drei Barken schäumt, während der Fuji klein und fern im Hintergrund steht.Diese eine Komposition – mit ihrem ungewöhnlichen Preußischblau, der dynamischen Diagonale, der Dramatik zwischen flüchtiger Welle und ewigem Berg – wurde zu einem der meistreproduzierten Bilder der Weltkunstgeschichte.

In den späteren Jahren malte und druckte er unermüdlich.Mit 75 Jahren schrieb er im Nachwort zu den «Hundert Ansichten des Fuji»: «Seit ich sechs Jahre alt war, hatte ich die Manie, die Gestalt von Dingen zu skizzieren.

Bis ich fünfzig war, hatte ich zahlreiche Zeichnungen veröffentlicht, doch nichts von dem, was ich vor meinem siebzigsten Jahr gemacht habe, ist beachtenswert.Mit dreiundsiebzig habe ich begriffen, was wirklich Struktur von Tieren, Pflanzen und Bäumen ist.

Deshalb glaube ich, dass ich mit achtzig noch weiter fortgeschritten sein werde; mit neunzig werde ich tiefer in das Geheimnis der Dinge eindringen; mit hundert werde ich zweifellos einen göttlichen Zustand erreichen; und wenn ich hundertundzehn werde, wird jeder Punkt, jede Linie, lebendig sein.» Ein Feuer vernichtete 1839 sein Studio und fast seinen gesamten Nachlass – mit 79 Jahren begann er nahezu alles von neuem.

Er lebte ärmlich, wechselte 93 Mal die Wohnung (oft, weil er einfach nicht aufräumen mochte), und wurde von seiner Tochter Katsushika Ōi gepflegt, die selbst eine bedeutende Malerin war.Hokusai starb am 10.

Mai 1849 in Edo, 88 Jahre alt.Seine letzten Worte sollen gewesen sein: «Wenn der Himmel mir nur noch fünf weitere Jahre schenkte… dann könnte ich ein wahrer Maler werden.» In rund sieben Jahrzehnten schuf er etwa 30.

000 Werke.Sein Einfluss auf den westlichen Impressionismus war tiefgreifend: Degas, Monet, van Gogh und Toulouse-Lautrec sammelten seine Drucke leidenschaftlich, und «Japonismus» prägte die europäische Kunst der späten 19.

Jahrhunderts.Er half, Ukiyo-e vom populären Handwerk zur bildenden Kunst zu erheben, und etablierte die Landschaft als Hauptthema der japanischen Kunst.

ABSCHNITT III -- CHRONOLOGIE

1760Geboren in Edo (dem heutigen Tokio)
1778Tritt in die Werkstatt des Ukiyo-e-Meisters Katsukawa Shunsho ein
1800Nimmt den Namen «Hokusai» an
1814Beginnt die Veröffentlichung der «Hokusai Manga»
1831Veröffentlicht «Die große Welle vor Kanagawa» in der Serie «36 Ansichten des Berges Fuji»
1849Stirbt in Edo (88 Jahre)

ABSCHNITT IV -- BEMERKENSWERTE AUSSAGEN

Mit 73 Jahren begann ich, die wahre Gestalt von Tieren, Pflanzen und Bäumen zu begreifen.

Wenn der Himmel mir noch fünf weitere Jahre schenkt, könnte ich ein wahrer Maler werden.

ABSCHNITT V -- FELDNOTIZEN

[A]Über 30 Namenswechsel

Hokusai änderte im Laufe seines Lebens seinen Künstlernamen über 30 Mal. Jeder Namenswechsel markierte eine neue Phase seiner künstlerischen Entwicklung. Er sagte einmal, alles, was er vor dem Alter von 70 Jahren geschaffen habe, sei nicht der Rede wert – ein Zeichen seines unermüdlichen Strebens nach Perfektion.

ABSCHNITT VI -- VERMACHTNIS UND WIRKUNG

Hokusais Die große Welle vor Kanagawa ist eines der meistreproduzierten Bilder der Kunstgeschichte, und sein Werk beeinflusste den westlichen Impressionismus tiefgreifend, einschließlich Monet, Van Gogh und Degas. Er zeigte, dass Druckgrafik die Ausdruckskraft der Malerei erreichen kann, und half, Ukiyo-e von einem populären Handwerk zur bildenden Kunst zu erheben. Seine Sechsunddreißig Ansichten des Berges Fuji etablierten die Landschaft als Hauptthema der japanischen Kunst.

ABSCHNITT VII -- HAUPTWERKE

  • [01]Die große Welle vor Kanagawa (ca. 1831)
  • [02]Sechsunddreißig Ansichten des Berges Fuji (1831-1833)
  • [03]Hokusai Manga (15 Bände, 1814-1878)
  • [04]Klarer Wind, schöner Morgen / Roter Fuji (ca. 1831)
  • [05]Der Traum der Fischersfrau (1814)

ABSCHNITT VIII -- REFERENZMATERIALIEN

ENDE DER AKTE -- IJM-0032SEITE 1 VON 1